Diese Region östlich des Appenin liegt im Südosten Italiens. Sie erstreckt sich vom Sporn bis zum Absatz des italienischen Stiefels und hat eine sehr abwechslungsreiche Jahrtausende alte Geschichte hinter sich. Unzählige Male ist Apulien von verschiedenen Völkern besetzt worden: Griechen, Römern, Longboarden, Arabern, Byzantinern, Normannen, Hohenstaufen, Franzosen, Spaniern und sogar die Österreicher haben hier geherrscht. Diese vielen Kulturen haben die Region und ihre Kultur geprägt. Es gibt christliche Kirchen mit islamischen Zügen, weißgekalkte kleine Ortschaften mit blauen Fensterläden, die genauso gut aus Griechenland stammen könnten und die Küche ist sowohl von westlichen als auch östlichen Traditionen geprägt.


In Apulien gibt es auch eine beeindruckende Sammlung von Kirchen und Burgen aus der Zeit, als die Normannen und Hohenstaufen in der Region herrschten. Diese phantastischen Gebäude würden in jedem anderen Land große Aufmerksamkeit erregen, hier liegen sie einfach überall verstreut ohne das ihnen von den Einheimischen große Bedeutung beigemessen wird.
Apulien ist heute in großem Maße von Olivenhain bedeckt, in dieser Region wird bis zu 50% des italienischen Olivenöls produziert. Der Olivenbaum kann bis zu 800-1000 Jahre alt werden, trägt aber schon nach drei Jahren die ersten Früchte. Dieser Baum war von den Römern, Ägyptern und Griechen sehr geschätzt. Die oft etwas bizarre Form des Baumes entsteht dadurch, dass man meist mehrere Samenkörner in die Erde legt, in der Hoffnung, dass bei eventuellen Pilzangriffen wenigstens einige davon überleben. Die Oliven, die für die Ölherstellug verwendet werden, müssen 100% reif sein. Das Fruchtfleisch enthält bis zu 60% Öl, der Stein nur 15%. Die Qualität des Öls hängt vom Säuregehalt ab. Bei Oliven zum Einmachen ist es nicht so wichtig, dass die Oliven ganz reif sind und welche Farbe sie haben.


Apulien ist überhaupt eine Region, die von der Landwirtschaft geprägt ist. Gemüse, Früchte und Wein sind die Hauptprodukte. Hinzu kommen noch getrocknete Tomaten, die in der Mitte gespalten werden, mit Salz überstreut und ein paar Wochen in der Sonne getrocknet werden. In der Gegend bei
Alberobello werden auch Mandeln angebaut, die Schalen werden für die Herstellung von Likör verwendet. Und auf der Salento-Halbinsel wird Tabak angebaut.
Die Geschichte Apuliens als Weinregion ist lang, aber bis vor kurzem nicht besonders überzeugend. Es wurden große Mengen starken Weines produziert, der nicht immer die beste Qualität hatte. In den letzten Jahren hat man das große Potential besser genutzt und Wein von wesentlich besserer Qualität hergestellt. Produzenten wie Leone de Castris, Taurino Cosimo und Conti Zecca stellen Weine her, die sehr gut sind. Besonders empfehlenswert sind Weine wie Primitivo und Salice Salentino.
Bei Apulien müssen natürlich auch die berühmten Trulli-Häuser erwähnt werden, die merkwürdigen, runden Häuser mit den kegelförmigen Dächern. Besonders häufig gibt es sie in der Gegend bei
Alberobello und
Locorotondo (Zentralapulien).